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18-06-2010 22:48

Für Phönix Feuer und Flamme

Wildauer feiern 100 Jahre Fußball / Glanzzeiten einst in der Berliner Bezirksliga

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01-05-2010 22:47

100 Jahr Feier

Der Fußballverein SG Phönix Wildau feiert sein 100-jähriges Bestehen.

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Für Phönix Feuer und Flamme

18-06-2010 22:48 von Thomas Koch

Wildauer feiern 100 Jahre Fußball / Glanzzeiten einst in der Berliner Bezirksliga

WILDAU - Warum gerade Phönix? Darüber, was die Wildauer Fußballer vor 100 Jahren bewog, ihren Verein FC Phönix zu nennen, lässt sich nur noch spekulieren. Den Anstoß könnte die gemeinsame Arbeit im Schwartzkopff-Werk gegeben haben, das als Europas größte Lokomotiv-Fabrik galt. Wenn solch ein Wildauer Fabrikat nachts durch die Landschaft schnaufte, und der Heizer kräftig Kohle schippte, stiebten die Funken nur so durch den Schorstein und beschworen das Bild vom Feuervogel herauf.

Ob Phönix und Feuerross tatsächlich zusammengehörten, muss Vermutung bleiben. Auf jeden Fall erwies sich der Name als programmatisch. Im Laufe der 100 Jahre war der Verein mehrmals am Ende und fast schon vergessen, tauchte aber – gerade wie Phönix aus der Asche – immer wieder auf.

Kaum hatte sich die erste Generation der Wildauer Arbeiter in der Schwartzkopff-Siedlung häuslich eingerichtet, da wurde auch Sport getrieben. Aus der Freien Turnerschaft Wildau ging eine Ballsportgruppe hervor, die 1910 Grundlage war, den Wildauer F. C. Phönix zu gründen. Als Stammlokal galt der Wildauer Hof. Dort, wo damals auch mal der Stiefel kreiste, befindet sich heute in der Karl-Marx-Straße 123 der Seniorentreff.

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm der Sport in der Gemeinde Auftrieb. Phönix beteiligte sich an den Punktspielen des Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine und richtete nachweislich 1923 ein gut besetztes Turnier aus. Am 2. Oktober 1926 wurde der Gemeinde-Sportplatz (das heutige Otto-Franke-Stadion) eingeweiht.

Doch zwei Jahre später war es zunächst mal Asche mit Phönix, was wohl finanzielle, aber auch politische Hintergründe hatte. Arbeitersportler gründeten den VfR Wildau, der zum SPD-nahen Arbeiter-Turn- und Sportbund gehörte. Parallel dazu entstand der FC Blau-Weiß 1910.

Nach der Machtergreifung der Nazis wurde der Arbeitersport verboten. Bei Blau-Weiß erinnert man sich der alten Tradition, nannte den Verein 1935 in FC Phönix Wildau um und schaffte zwei Jahre später den Aufstieg in die 1. Kreisklasse.

Der Zweite Weltkrieg hatte auch für den Sport verheerende Folgen. 1943 musste der Spielbetrieb eingestellt werden, der Gemeinde-Sportplatz verwahrloste. Nach Kriegsende waren Sportvereine verboten. Ab 1946 konnte Fußball zunächst wieder auf kommunaler Ebene gespielt werden.

Im Juni 1948 gründeten 65 Sportenthusiasten die Sportgruppe Wildau, deren Fußballsektion noch bis 1991 bestand. Daneben aber entstand 1950 die Betriebssportgemeinschaft – zunächst BSG Lowa, zwischenzeitlich Stahl, schließlich aber Motor –, die dank ihres Trägerbetriebes gute Voraussetzungen hatte.

Motor avancierte zu einer Fußball-Hochburg im Kreis Königs Wusterhausen und im Süden Berlins. Die Glanzzeiten erlebten die Wildauer unter Trainer Werner Heine, als sie in der Berliner Bezirksliga, der dritthöchsten Spielklasse in der DDR, zweimal Vierter wurden.

Nach dem Ende der DDR, als auch der Spielbetrieb neu organisiert wurde, kehrten die Wildauer 1991 zurück nach Brandenburg. Zudem schloss sich SG Wildau dem alten Lokalrivalen an. 1995 trennten sich die Fußballer vom SV Motor und erinnerten sich bei der Gründung ihres eigenen Vereins an den Traditionsnamen Phönix.

Bis 2007 galt SG Phönix schon als Urgestein der Landesklasse, worauf es dann doch eine Klasse tiefer in die Kreisliga ging. In dieser Saison wurde erneut ganz knapp der Aufstieg – und damit die Krönung im Jubiläumsjahr – verpasst. Als Trost bleibt aber noch die Chance, am Sonntag in Wünsdorf den Kreispokal zu holen. Und der 101. Gründungstag 2011 sollte ja ein würdiger Anlass sein, Versäumtes nachzuholen. (Von Rainer Rosenthal)

 

Artikel: MAZ 18.06.2010

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